PUNK & DISORDERLY FESTIVAL 2006 BERLIN

Halten wir es dies Jahr mal etwas kürzer. Der Opener fand  im TommyHaus statt. Turbolover, Towerblocks und Chemical Chaos sollten zur Unterhaltung beitragen. Allerdings knickten wir uns Turbolover, wie immer und verlustierten uns inner Linie 1 neben an. Zu Towerblocks gings dann aber zurück zum Konzi Raum, der schon proppevoll mit Punkers war. Paar Towerblock-Songs abgerockt und dann doch lieber zu härteren sportlichen Aktivitäten übergegangen. Aber selbige stellten sich als Teamsport heraus, was aber vorher nicht angekündigt war. Danke hier noch mal an Hotze fürs kurzfristige Mit(r)einspringen. Um unsere Form noch mehr zu steigern, beschlossen wir für die nächste Woche auf Flüssig-Diät zu gehen (vielleicht nicht ganz freiwillig).

Am nächsten Tag erwachte ich da, wo ich gar nicht hingehörte. Standesgemäß wurde ich jedoch von Kirstin abgeholt um mit dem Münster/Hannover Mix im F-hain zu frühstücken. Da aber 2 Kisten Bier vor Ort waren, viel der Einstieg in die oben genannte Diät nicht schwer. Nachdem noch das Grind-Eddichen eingetroffen war zogen wir Richtung Prenzlberger Domizil, um dort den Rest der Truppe aus Kiel zu empfangen. Gesammelt, gestylt und gesoffen, dann gings in die Obligatorische Dachgeschoßwohnung von England-Chris inner Mainzer um nach weiterer Kraftstoffzufuhr endlich ins Nirgendwo zum Konzi zu fahren.  

Für uns begann also der ganze Mumpitz mit DISTURBANCE. Unsere kleinen Holländer wurden vom  Irren Iwan von Block1A stimmenmäßig paar mal unterstützt und so bildete man sich ein auch das eine oder andere neue Lied vernommen zu haben. Da wir ja Pflichtfans sind erspare ich mir hier die eh positiv ausfallende Wertung. DISORDER konnte ich mir leider nicht geben, da der kleine Raum vollgestopft war ohne Ende und ich ja aufgrund von extremen Berührungsängsten einen Aufenthalt in diesem luftleeren Gebiet als unerträglich einstufte. 999 waren saugeil. Ich überbrückte die langen Durststrecken, die die öden Bands aufrissen an der Bar oder mit dem Volltexten bekannter und unbekannter Personen. DEFIANCE ließ ich ausfallen, da wir die schon ne Woche vorher im Archiv gesehen hatten und relativ gelangweilt vom powerlosen Sound und haarlosen Sänger waren. Auf jeder zweiten Lederjacke als Schriftzug vertreten zu sein, scheint also nicht wirklich ein Garant für dufte Mucke. LOKALMATADORE sind sowieso ein absoluter Selbstläufer und ich hatte nur Angst, schon am ersten Tag meine holde Stimme zu verlieren, da jedes Lied natürlich lauthals „mitgesungen“ wurde. Verschwitzt, fertig und ausgenüchtert durch das Festivalbier gings dann raus in die Taxi- und Bahn-leere -20 Grad kalte Nacht, um dann bis sonstewann im Feuermelder zu sitzen und sich zum wiederholten Male den Entschluß abzuringen, nie wieder chemische Genußmittel zu konsumieren. Da der Prenzlberg in zu weiter Ferne schien, wurde in einer „bekannten Wohnung“ quasi übereinander gestapelt abgerazt. Ab 8 Uhr morgens klingelte dann unentwegt das Telefon, da unser verlorener Kieler Lars seine Hauptstadttour beendet hatte, und nun gern schlafen wollte. Einzig das Problem bestand darin, dass er nicht wußte wo, wer und vor allem was er überhaupt war. Nach ungefähr 4 Stunden Schnippseljagd kam er dann an, um mit den Worten „Ihr glaubt gar nich, was mir alles passiert is…“ in feinstem Kieler-Snack einzuschlafen. Von diesem Ausflug sollte er sich nicht mehr erholen… Prenzlberg, zusammenrotten, saufen, Friedrichshain, saufen, ab zum Konzi! 

Sondaschule, OHL, Bierpatrioten, Bovverboys, Judaville, trallali, trallala, wer brauch das schon? Also sehr cool bei GOLDBLADE eingestiegen. Immer wieder geil!  Muß sich mittlerweile auch rumgesprochen haben, weil alle die was auf sich halten (und das zu recht ;-)) waren schon da. Die Hütte kochte und irgend jemand erklärte mir, daß so wenig Sauerstoff in dem laden war, daß nicht einmal Feuerzeuge mehr angingen. Desweiteren war der gute Mann doch sehr über die mangelnden Notausgänge besorgt und was passieren würde, wenn ein Feuer ausbricht. Als ich ihm beibog, daß das mit dem Feuer eher unwahrscheinlich ist, wenn nicht mal die Feuerzeuge funktionieren, war er sichtlich beruhigt und rockte weiter. Die mittlerweile anwesenden Sachsenskinnies wurden dann freudich begrüßt und in die äußerst seltene Lage versetzt von nem Punker Bier ausgegeben zu bekommen. So wurden im lustigen Kreise die SPECIAL DUTIES begutachtet und ein Randpogo kommentiert. Allerdings verstand es die mir bis dato völlig nichtbekannte Band, mich an meiner imaginären Gliedverlängerung direkt in den Pit, wie der Metaller wohl sagt, vorzuzerren, um mich dort aktiv zu beteiligen. Conflict waren glaub ich immer noch links und so kamen die PARTISANS, die ich mir von der Treppe ansah. Toll, ohne scheiß! Dann stampfte Lara mit riesigen Augen an mir vorbei und ich beging den Fehler unsere kleine Holländerin (mindestens 1,90m) zum Bier einzuladen. Madame drehte sich um und schlug ohne Rücksicht auf Mensch noch deren Getränke ein Schneise durch den gesamten Raum bis zu Theke und schubste dort erstmal ne fette Glatze weg um zu ordern. Ich rannte nur hinter ihr her, um besänftigend auf die mehr oder weniger nassen und bepöbelten Leute einzuwirken. Allerdings hätte sich eh keiner an sie rangetraut. Mir wurde ein Bier in die Hand gesteckt und sie packte mich mit links am Kragen, zog mich an sich ran und begann mir diverse Geschichten gnadenlos ins Ohr zu schreien. Leute die eben noch stinksauer waren, warfen mir nun fast zärtliche, mitfühlende Blicke zu und in einem unerwarteten Moment riß ich mich los und tauchte in der Masse unter.

Von weitem zogen wir uns als nächstes SHAM69 rein. Ich und der gute Küsten-Frank sangen so ein zwei Lieder mit, was uns Pluspunkte bei den alten, dicken, großen Glatzen um uns herum brachte und schon gabs ganz tolle Unity. Uns war ja sowas von warm ums Herz. Leider entdeckte ich später das der gute Jimmy keineswegs so fit aussah, wie mir meine alkoholgetrübten Augen vorgaukelten. Nahaufnahmen entarnten jede Falte, jedes Pflaster im Gesicht und jede Ausfallerscheinung des Rentners. Aber immerhin kann ich nen Haken machen auf der Lister der sterbenden… ääähhh… legendären Punkbands. Warte ab Cock Sparrer ;-) Taxi irgendwohin, zurück, saufen, treffen, saufen, Joost nach Holland verabschieden, saufen, Konzi.  

Sonntag gings mit Argy Bargy los, die aber irgendwie voll öde waren. Falsche Songs ihr Dünnbiertrinker. Iwan der böse Holländer hatte seine Truppe verpasst, und blieb also noch paar Tage da. Und so hasste man diesen homosexuellen Skascheiß, der alle homosexuellen Gäste zum homosexuellen Tanzen animierte. (alles ohne Wertung). Mark Foggo sollte sich in Mark Pogo umbenennen und mal ein bisschen rocken, aber da gibt’s wohl keine Hoffnung mehr für ihn. Business at usual. Und trinken und Taxi und alle über die Stadt verteilt und kalt und … ach ich weiß auch nicht. Liegt es dran, daß das Festival in meiner Stadt ist oder warum kickt die Scheiße nicht? Auf jeden Fall ist es jedes Jahr wieder schön, ein Haufen Leute, die man kennt, von überall mal wieder zu sehen. Leider knallt jetzt nicht mal mehr der Schnaps. Also bis denne…

Tommy