PUNK & DISORDERLY Berlin Casino / Wild At Heart 4.12.-7.12.03
N ach einem langen Jahr, indem wir ja nix anderes zu tun hatten, als uns auf diese Festivität zu freuen, sollte es nun endlich soweit sein. Eine Menge Leute hatten sich angesagt und uns ist die logistische Meisterleistung gelungen für alle irgendwo ´nen Pennplatz zu organisieren. Zumindest theoretisch, aber wo einige Leute dann wirklich abblieben soll hier nicht weiter behandelt werden.
L os ging’s am Donnerstag im Wild At Heart mit Turbolover und Red Alert. Es ging das Gerücht durch Berlin, daß es mal ausnahmsweise umsonst sein sollte, aber Scheiße war’s- 7 € waren abzudrücken. Irgendwie haben es aber doch alle reingeschafft aber durch das Chaos vor der Tür verpasste ich erst mal die erste Band. War auch egal, ich wollte die Inselaffen sehen. Sie waren auch gut wie immer. Sollte ja auch nicht das letzte Mal gewesen sein das ich Großteile der Band an diesem WE zu sehen bekam.
N achdem man halbwegs ausgenüchtert war, ging’s dann am Freitag im Casino richtig los. Angenehme Überraschung war, daß die Bierpreise im Gegensatz zu letztem Jahr auf 2Oi´s gesenkt waren (über so was kann man sich heutzutage schon freuen!!!). Das Blöde an so großen Festivals ist, das man sich nach 3 Tagen nicht mehr wirklich erinnern was vorgestern war aber was soll’s. Absolutes Highlight dieses Abends waren für mich die Bones. Sind für mich sowieso eine der besten aktuellen Bands. Leider hab ich Los Fastidios verpaßt. Und natürlich will ich den God Of Oi! nicht vergessen: Roi Pearce!!! Der Mann war ja letztes Jahr schon der Hammer und ließ es auch diesmal wieder richtig krachen! Zum Schluß durften dann noch die Towerblocks auf der kleinen Bühne ran. Schneider gab überraschenderweise seine Abschiedsvorstellung (da waren es nur noch 2). Leider war es da schon ziemlich leer aber war trotzdem noch sehr lustig.
N ach Hause wollten wir noch nicht also sind wir alle in den Trinkteufel eingefallen. Da traf man dann Menschen die beschlossen hatten gleich ihr Domizil unterm Tresen fürs WE aufzuschlagen- was Kübel? Von der Tour nach Hause hab ich nur sehr schwache Umrisse vor mir. Bei mir angekommen mußte ich aber erst mal mit Ösi-Kid-Punx ´nen Frühschoppen veranstalten. Tschüß Schlaf! Nachmittags um 3 sollten dann Disturbance bei mir aufschlagen. So gegen 6 waren sie dann auch da, wie immer schon fröhlich dabei, und nachdem üblichen Wiedersehens-blabla und 1-2 Bieren konnten wir denn los.
Langsam muß die geistige Umnachtung bei mir zugeschlagen haben, denn durch viel sinnloses Gequatsche mit noch sinnloseren Typen hab ich erst mal direkt Funeral Dress verpaßt. Was ich mich geärgert habe, war aber noch nix gegen Tila. Der ist ja nun mal Berlins größter FD-Fan und hat sie noch nie gesehen. Der Gute flippte völlig aus und konnte nur mühselig mit viel Alkohol und den Casualties wieder runtergebracht werden. Die hatte ich aber auch schon besser gesehen beim HITS 2000. Von so´ner Band erwartet man ja nun mal ein bißchen Styling aber die hatten wohl keinen Bock, auch musikalisch war das für mich nur Geschrammel. Dann endlich die alten Säcke von The Crack: Wie immer eine Hymne nach der anderen. Das Blöde war nur, daß zeitgleich oben die Filaments spielten- gleich der näxte Grund sich blöd zu ärgern. Ist ja ganz nett, daß MAD da tausende Bands ranholt aber dann muß man sich eben immer zwischen 2 Sachen entscheiden wenn man überhaupt mitbekommt, was auf der anderen Bühne gerade passiert.
L eider fielen Anti Nowhere League aus, die hätte ich mir nach langen Jahren gerne mal wieder reingezogen. Nach 999 (so lala) gab uns dann Mensi die Ehre. Als wieder mal letztes Konzert der Upstarts angekündigt war das dann aber doch eher Red Alert eben mit Mensi. Scheißegal- war trotzdem hammergeil. Manchmal frag ich mich ob die drüben auf der Insel nur eine alte Punkband haben und die muß dann eben immer mit unterschiedlichem Sänger und unter anderem Namen ran.
E igentlich sollte nach dem Konzert noch ´ne Party inner KvU steigen aber da ich so blöd war mich um die Holländer zu kümmern, fiel das für mich ins Wasser. Erst war der gute Rob weg, dann Joz, und als wir alle wieder aufgegabelt hatten, fiel den Jungs ein das sie noch Hunger auf ´ne Berliner Currywurst hätten. Inner Imbißbude rannte uns dann noch Roi Pearce über´n Weg. Nach diversen Tourifotos konnten wir denn endlich Richtung Prenzlberg reisen. Da es schon gegen 5 war konnte ich den Rest aber überzeugen nach Hause zu latschen damit wir wenigstens ein bißchen Schlaf an diesem WE abbekommen.
Zum Frühstück rotteten sich dann immer mehr Holländer bei mir zusammen, da die gute Lara ihren persönlichen Skinhead uns ja auch endlich vorgestellt hatte. Mit den ersten Bieren im Kopp, konnte es dann losgehen zu Teil 4 der Party.
D isturbance mußten leider schon als zweite Band ran, was echt schade war. Dadurch haben ´ne Menge Leute sie verpaßt (hallo Teltow-Fraktion). Nix desto trotz waren sie aber wieder absolut super drauf & das unabhängig von (oder wegen) ihrem Alkoholkonsum. Noch mußten sie auf der kleinen Bühne ran, aber das wird schon noch. Gleich im Anschluß gaben denn F.B.I. ein Paar ihrer geistigen Kostbarkeiten zum Besten. Dadurch war die Stimmung gleich wieder am kochen so das für einige von unseren gloreichen Prenzlbergpunx hier der Abend und das Festival gleich wieder zu Ende waren. Julian & Struppi hatten schon das ganze WE bewiesen das sie groß in Form waren.
D ann runter, denn dort lag „Blut auffer Straße“. Zum ersten Mal durfte ich Criminal Class in Deutschland erleben. War echt schade, daß das nur so wenig Leute interessierte. Waren schon geil!!! Hätte mir Lara in ihrem Vollrausch, nicht diverse Bierchen in die Fresse geballert (sowat trinkt man, meine Gute!), hätte ich richtig gute Laune bekommen können. Deadline waren, glaub ich auch ganz nett, aber hier mußte ich dann auch mal ´ne Auszeit nehmen. Dadurch hab ich Abrasive Wheels verpaßt und so konnte ich da weitermachen womit ich am Samstag schon so schöne Erfahrung gemacht hatte- ärgern! Zu dem Schwachsinn der Lokalmatadore laß ich mich heute mal nicht aus. Steh ich sowieso allein mit meiner Meinung. Dafür fand ich die Rejects erstaunlicherweise mal echt nett. Ich weiß nur nicht ob das am Alkohol lag oder sie ausnahmsweise mal wirklich gut waren.
E igentlich wäre hier der Abend vorbei gewesen aber Disturbance + Anhang kamen auf die geniale Idee noch zur After Show Party ins Wild At Heart zu fahren. Das war auch ´ne super Idee denn da war dann noch mal die Hölle los. Das Tila und ich da fast die einzigen waren die deutsch sprachen fiel auch fast nicht auf. Der Drummer von Deadline hat einen nach dem anderen ausgegeben und der DJ spielte einen Punk-Klassiker nach dem anderen. Wat willste da mehr? Blöd ist nur, wenn du Montag morgen nach Hause torkelst und dir die Gören deiner Ex-Frau auf´m Schulweg entgegenkommen. Egal- damit haben wir das auch wieder hinter uns gebracht.
Olli
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