2.10.2003 NOHOODLUMS & BEANS im Archiv Potsdam

 

A n einem schönen Donnerstag Nachmittag trafen wir uns im Headquater, um schon mal für den langen Weg nach Potsdam ordentlich vorzuglühen. Denn schließlich gab es da tolle holländische Bands zu begutachten. Zum Tanze baten NOHOODLUMS und die BEANS. Disturbance fielen leider aus, da Kiel, dem Drummer, eine nicht allzu lang zurückliegende Augen OP wohl noch mächtig zu schaffen machte.

 

N achdem man zusammengerafft nun insgesamt schon eine  Menschenanhäufung von 8 Personen bildete, wurde sich in gang gesetzt. Die Reise mit der S-Bahn war wie immer mit diversen unterhaltsamen Begebenheiten gespickt, die der Kontakt mit dem gemeinen Bürger halt so mit sich bringt. Im Archiv angekommen, war es da noch ziemlich leer. Ganz im Gegensatz zu uns, die wir diesen Zustand auf energischste Weise an der Bar mit unterschiedlichsten Mitteln zu bekämpfen wussten. Die Waffe meiner Wahl hieß Whiskey-Cola. Um gegen die geringe Besucherzahl zu protestieren, verzogen wir uns dann irgendwann auf die Damentoilette. Und trieben da ein wenig Schabernack. Bald schon wurden wir aber wider Erwartens durch die verdammt scharfe Auffassungsgabe eines der Gattung der „Genital-innen-Träger“ zugehörigen Exemplare so dermaßen beeindruckt, das wir das Klo verließen. „Dat iss hier dit Weiber Klo, oda wat. Verpißt euch!!!“  Hmm… gesagt getan.

 

D er Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt  sein können, denn die erste Band fing grad an zu spielen. Und auf Grund unserer Protestaktion, schätz ich mal, hatte sich der Laden auch schon gut gefüllt. Den Anfang machten NOHOODLUMS aus Oosterhout. Ziemlich geiler, schneller, krachiger Hardcore Punk. Leider meiner bescheidenen Meinung nach viel zu früh, da sie nicht mehr als ein Haufen nickender Köpfe als Reaktion

 

hervorriefen. Ich muß  zugeben, dass ich keinerlei Ahnung hab wie lange da nun gespielt wurde, da sich mein Zustand verschlimmerte, oder verbesserte? Liegt im Auge des Betrachters. Jedenfalls erklommen irgendwann die Beans die Bühne, die man ja schon vom letzten Auftritt im Wild at Heart mit Antidote her kannte. Einfach nur Geil. Schneller Ska-Punk mit schön dreckiger Stimme, viel Melodie ohne aber ‚ne gewisse Härte vermissen zu lassen. Blablabla Und siehe da, das Volk tanzte.

 

O hne mein Wissen kam ich dann auf einer Party in Charlottenburg wieder zu mir. Als Begrüßung riefen wir erstmal irgendwas, mir aus PC-technischen Gründen entfallenes, in den Raum, worauf hin direkt erstmal 3 Leute vorzogen zu gehen. Im Folgenden wurden hier alle Alkohol Reserven vernichtet, um dann laut pöbelnd um 12 Uhr mittags durch diesen tollen Stadtbezirk zu ziehen, auf der Suche nach dieser Scheiß U-Bahn Station. Besonders in Erinnerung blieb mir dieser alte Penner, der auf meine, zugegebener Maßen etwas salopp dahin gelallte Frage „Wo jeht’sn hier in’ Prenzlberg“  völlig geschockt antwortete: „Um Himmels Willen, Prenzlberg??? Dit is doch im Osten, Mensch!!!“ Mit Hilfe dieses fundierten Hinweises kamen wir auch tatsächlich alle zu Hause an, leerten auf den letzten Metern noch die ergatterte Flasche Mäusepisse (Klarer/Milch – urgh), und fielen für den restlichen Tag in eine unbarmherzige Ohnmacht. Und auch von diesem Erlebnis habe ich etwas gelernt: Im Westen Saufen macht Kopfschmerzen.

                                                                                                                               Tommy