5.-7.8.2005 ANTIFEST

Alle Jahre wieder… und so auch dieses. Noch verwirrt, durchgefroren und durchnässt vom Glaubitz Open Air und Force Attack, brach die gefürchtete Nacht an, in der wir traditionell um 1 Uhr gen Tschechien fahren wollten. 2 Busse, 10 Leute, von denen 8 sich noch die Argies anschauten, die in der KVU aufspielten. Trotz striktem Alkoholverbot (schließlich musste ich als Fahrer ja nüchtern bleiben) trudelten dann alle angesoffen so nach und nach `ne halbe Stunde zu spät bei mir ein. Sachen ins Auto und los. Mit einem leicht mulmigen Gefühl ließ ich den Motor des BLACKRIDERs an, denn bis jetzt waren wir noch nie ohne Probleme zum Antifest gekommen. Kleiner Rückblick:

2002:

ein Bus reißt 10 Km vor Ziel den Arsch hoch

2003:

Olli wird nicht über die Grenze gelassen, weil dem wertem Grenzbeamten das Passbild nicht gefällt. Nach ewigem Suchen des alternativen Übergangs (Bundesstrasse->Strasse->Ackerweg->Fußgänger-Grenze) muß Olli illegal mit Bahn und Schiff einreisen.

2004:

ein Bus reißt nach 100 Km nach dem Start den Arsch hoch

 

Alles eine eigene Story wert, aber es geht ja um dieses Jahr. Vorgenommen hatten wir uns also die „normalen“ 14 Stunden für 460 Km zu unterbieten. Es sah auch eine ganze Weile sehr gut aus. Die Suffies waren eingeschlafen, es war Ruhe eingekehrt und ich konnte gemütlich vor mich hinfahren. Und schon waren wir an der Grenze. Nach dem es ein wenig Trubel aufgrund eines abgelaufenen Visums von Dentas Amifreundin gab, der reudige Drecks-Tschechen-Grenzer jede Lampe meines Autos kontrolliert und alle Insassen gemustert hatte, als wären sie Außerirdische, musste er uns zähneknirschend durchlassen. Nicht aber Bus Nr.2! Hotze, der Fahrer, hatte frefelhafter Weise als alter Schwerverbrecher 2 seiner Plasteecken an der Stosstange verloren und das war dann also der Grund warum er umdrehen musste. Nur weil dieser kleine Mistbulle zu Hause permanent von seiner kuh-ärschigen Xantippe seine Tracht Prügel bezieht und auch sonst nichts zu melden hat, außer vielleicht in welcher Farbe er sein altes Damenfahrrad lackieren darf, mit dem er täglich 25 Km zur Arbeit fährt, sollte ihm doch nicht erlaubt sein, ordentliche deutsche Bulli Fahrer, wie uns auch nur ansatzweise irgendwas vorzuschreiben. Möge sein Grenzübergang noch oft überspült werden!

Jedenfalls war um 6 Schichtwechsel, Hotze hat noch irgendwie 2 Ecken gefunden und montiert und schwups waren wir …on the road again! Doch nur ein wenig später ereilte uns das nächste Problem! Unser Navigator, Mr.“Na logo weiß ich wo’s lang geht, brauchste nicht ausdrucken und `ne Karte brauch ich schon gar nicht“, verlor die Orientierung und so irrten wir, Laune leichTTT angefressen, durch die Pampa und kreisten unser Zielgebiet solange ein, bis wir endlich unsere hiesige Stammspelunke fanden. Erleichtert und des Sieges über die Strassen gewiß, wurde dort erstmal Gulasch mit Knödeln verspeißt und das erste Gambrinius getrunken.

 

Als wir endlich auf der unteren Wiese ankamen, waren alle Plätze am Fäkalwald schon besetzt und so werkelten wir unter den amüsierten Augen der bereits Anwesenden an der Aufstellung des Lagers herum. Da Randgebiet ja nun nicht mehr ging, stellten wir uns natürlich zentral in die Mitte. Ein Bus L gebaut, ne Plane drüber gespannt und Zelte drumrum – fertsch, wie das Sächschen sagt. Nun kam die große Frage, Schlafen oder Saufen? Es war mittlerweile um 1 und ich entschied mich im Gegensatz zu ein paar anderen, zu saufen. Im Gegensatz zu ein paar anderen verpasste ich dafür aber auch Analogs, Guitar Gangsters, Lurkers, Zona A und die Vibrators. Aber irgendwie lockt mir das auch keine Träne aus dem trüben Auge, und als guter Pirat weiß man eben, wann man die Segel streichen muß (Auf den Rum! Prost).

 

Am nächsten Tag, laut Running Order Sobota, war ich dem entsprechend fit, wie ein frischer Klon meiner selbst, riß mir ein Bier auf und schlenderte um 9.40 Uhr zur ersten Band. Erwähnenswert ist noch der Haufen menschlichen Exkrements, den jemand auf der Suche nach einer trockenen Stelle unter unsere Plane setzte. Locke inszinierte auf diesem zugegebenermaßen Rießenbatzen scheinbar noch ein kleines Tächtelmächtel und konnte dann seinen Schlafsack in die ewigen Jagdgründe schicken. Auf dem Weg traf ich viele bekannte Gesichter, die entweder noch oder schon wieder leicht debil aussahen und musste vor der Hauptbühne, denn es gab 2, feststellen, dass Lord Alex weder etwas mit Clockwork noch mit guter Musik zu tun hatte. Also pflanzte ich mich mit dem guten ALTEN Hotze auf die nasse, schräge Wiese und schauten uns mit dem neu geholten Bier (25 Kronen =80 cent für 0,5l) die Heebie Jeebies an. Cooler tschechischer (denk ich jetzt mal, könnte aber auch russisch, polnisch oder was auch immer gewesen sein) Punkrock mit einem hässlichen Sänger im Rock. Es wurde sogar extra für uns ein  Ständchen gespielt, das mit „der nächste Song ist für unsere deutschen Kameraden“ und Arm hoch eingeleitet wurde. Der Rest war unverständlich und ich dachte so bei mir, vielleicht sollten die mal vor der eigenen Tür kehren. Aber vielleicht sehe ich das ja auch zu verkrampft mit den Ultima Thule and „Everyday H8“ Aufnähern neben Conflict und Crass. Naja andere Länder , andere Sitten, kleine Ärsche, große …Iros, aber Hallo!!!

 

Da es schon wieder Mittagszeit war, und man hier ja für 2-3 Ois leckerst speisen kann wurden wir in Gruppen in eine Kneipe gefahren. Allerdings wurde von den ersten schlecht gewählt und so kamen wir eine halbe Stunde später an und es aß immer noch keiner. Die Freude der endlich Bedienten wich schnell, als sie das Knurren, Fletschen und gierige visuelle Mitfressen der um sie herum Hungernden bemerkte. Solidarität war gefragt und so bekam der Rest die Reste, die fluchend gegen den Kellner verteidigt wurden. Das war kein Zustand. Und so suchten wir uns unsere olle Spelunke, wo das Bier 2 Minuten und das Essen 3 Minuten dauert und waren dort sehr glücklich.

Doch die Zeit drängte. Wir hatten noch 20 Minuten bis Goldblade.  Hier noch mal zur Erinnerung aus einem anderen Bericht:

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Der Burner sollte jedoch folgen:

GOLDBALDE! "Fighting in the dancehall, fucking in the streets" - Hammer. Niemals, oh ihr Leser, sah euer Erzähler einen Sänger der mehr auf Koks war, als der, der eben erwähnter Kapelle. Aber nicht im Watti-Style, oh nein. Dieser hier sprang von der Bühne auf die Sicherheitszäune und zurück, knutschte alle (!) Frauen ab, die in der 1-3 Reihe standen und schüttelte sämtlichen Kerlen die Hände. Dabei machten die 5 Leute, mit nebenbei bemerkt 2 Schlagwerken, einen dermaßen geilen Sound, daß sie tatsächlich um halb drei Uhr nachmittags (für die Leser aus dem westlichen Teil der Republik 2:30 Uhr) die Mainstage rockten. Wirklich abgefahrener Scheiß!

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Jaja, nun weiß ich mittlerweile das der Sänger Straight Edge ist und das verstehe nun wer will. Es folgten Konflikt mit K und ich finde, das ist echt guter Metalpunk mit gar bös blickend und stampfendem Sänger. Gespielt wurde auf der kleinen Bühne, was beim Sturz nicht wie bei der großen Schürfwunden aufgrund des Betonboden verursachte, sonder Matsch bis an die Knie, bei manchen bis zum Haaransatz (hihi). Sick56 aus UK überwältigten mich nicht so und deshalb drehte ich erstmal eine Parkplatzrunde und trank ein wenig vor mich hin.

 

Die englischen Rentner von Resistence77 gefielen mir diesmal schon besser und so fehlen bestimmt nur noch 10 Auftritte bis ich sagen werde, das war spitze! Und um noch mal sicher zu gehen, ich habe eurem Land gar nichts getan… tststs ihr mit euren lustigen Skinhead Texten. Das näxte was ich mir angeschaut hab waren Peter & TTB, routiniert geil. Natürlich hat auch hier ein Skin ziemlich rumgestresst und ich war fasziniert wie leicht man mit einem leichten Faustschlag auf die kurze Rippe einem solchen Wiederborst die Luft zu nerven nehmen kann. Dann tat mir das aber wieder mal leid und wir geleiteten ihn zur Seite (wo er dann auch blieb). Was soll man noch großartig zu Bands wie 999 sagen, außer das der Typ im Publikum, der vorher ein Kampfzone Shirt trug, nach einem kleinen Hinweis nun Bratwurst Thüringen war. Einfach geil. Die Inseläffchen haben es eben drauf.

Es folgte die einzige Psychoband des Abends Green Monster und wir waren ja nun alle durch die Schule der Berliner Psychos gegangen und hatten diverse Konflikte ausgestanden. Und was die können, können wir allemal. Allerdings war das hier etwas anders. Als ich anfing zu tanzen wurde ich gleich von allen Seiten gebeten doch nicht so aggressiv zu sein, da man doch zum Spaß da war. Ha, so haben mich diese schnöden Flatomaten schon versaut! Der einzige anwesende Psycho im Auditorium ergriff nach kurzer Kontaktaufnahme die Flucht und so wurde dann normal weiter gepogt. Erwähnenswert war auch die Pyroshow, für die man in Deutschland nicht mal in vollkommen menschenleeren Gebieten nur ansatzweise eine Erlaubnis bekommen hätte. Hammer!!!

Fernseh-Schmidt (TV-Smith) beobachteten wir nur saufend aus der Ferne, da er ohne Band reichlich öde ist, sorry! Wir feierten und grillten noch bis es hell wurde und erzählten so manche gute Geschichte, die man nüchtern gar nicht hören wöllte (neue grammatikalische Form).

 

Und schon war es Sonntag, und wir beschlossen doch schon heute zu fahren. Damit durfte ich nichts mehr trinken und alles wurde langweilig. Der Rest schaute sich noch Argies und Distortion an, kreative Highlights der Namensgebung, wie Punk Floyd wurden ignoriert und eine entsetzte, überforderte Gastwirtin, 1 Stunde Verfahren in Prag und 8 Euro Autobahngebühren später waren wir wieder dahoam, wie das Bayerchen sagt. Alles in allem bleibt die Frage offen, warum pisst das dies Jahr permanent auf allen Festivitäten und wann wird’s mal endlich wieder Sommer…

 

Tommy